Februar 2025 | Markteinschätzung
Weltenumbruch und Ameisenköder
Deutschland hat gewählt und die europäische Börsenwelt zeigt sich erleichtert und hoffnungsvoll. Bereits im Vorlauf zur Wahl konnten die europäischen Aktienmärkte dem über Jahre hinweg dominierenden US-Aktienmarkt fast 10 % abnehmen. Einerseits dürfte sich hier ein Abbau der Bewertungsanomalie zwischen den Regionen zeigen, andererseits macht sich Hoffnung breit, das Europa politisch aufwacht. Bald-Altkanzler Scholz würde vielleicht von einem Fritze-Effekt sprechen, so sind die positiven Erwartungen an Friedrich Merz vonseiten internationaler Marktteilnehmer gewaltig. Es wird nicht mehr oder weniger erwartet als die Abkehr von einer ideologisch und moralisch geprägten Wirtschaftspolitik hin zu pragmatischen Lösungen angesichts einer allein deutschen dreijährigen Talfahrt, die mittlerweile die gute Lage selbst in den europäischen Nachbarländern ernsthaft bedroht.
Ferner sieht man in Friedrich Merz einen Freund sowohl der Franzosen und der Amerikaner und somit eine potenzielle Verbesserung der jüngst vernachlässigten wichtigen Beziehungen.
Inwieweit die hohen Erwartungen erfüllt werden können, wird vom Verlauf der Koalitionsverhandlungen abhängen und von der Klärung der Finanzierungsfragen – nicht zuletzt aber auch vom Verhalten der zusammen die Sperrminorität im Deutschen Bundestag stellenden AFD und den Linken.
Fakt ist, dass Europa sein gewaltiges Potenzial nur heben kann, wenn man sich an der Realität ausrichtet und vor allem die, die eigene wirtschaftliche Aktivität abwürgende, Übergriffigkeit der Bürokratie beendet. Seitens der EU-Kommission wurde der Handelskommissar Valdis Dombrovskis mit dem Projekt Bürokratieabbau betraut. Seine jüngsten Kommentare in den Medien lesen sich aber zunächst wie eine Rechtfertigung der nach seinen Worten „intensiven Regulierung“. So sei diese Ausdruck der Entschlossenheit der EU, die umfassenden Veränderungen, entstanden durch den technologischen und den Klimawandel, zu bewältigen.
Wir dürfen hier nicht zu schnell die Hoffnung in die Selbstreflexionsfähigkeit der Brüsseler Bürokraten verlieren, sollten wir auch beim nächsten Besuch eines Gartencenters verzweifeln. Zukünftig darf man in der EU Biozide wie Schneckenkorn oder Ameisenköder nur noch nach einem 7,5-minütigen zu dokumentierenden sogenannten Abgabegespräch mit einem extra geschulten Verkäufer erwerben…
Gleichzeitig sorgen Donald Trump und sein Best Buddy Elon Musk für nie erlebte Struktur- wie Vertrauensbrüche. Der Wille ist offensichtlich, die USA wie ein sizilianisches Bauunternehmen in einem drittklassigen Mafia-Film zu führen. Ob nur Drohkulisse oder tatsächlich langfristige Strategie – der Weltenumbruch ist bereits ein Stück weit Realität.
Der Kampf gegen die Bürokratie, die ohnehin nur einen Bruchteil der europäischen misst, ist angesichts der Situation im US-Staatshaushalt prinzipiell begrüßenswert, wenn man die Methoden auch eher in autokratischen Ländern vermutet hätte. Gleichzeitig irritiert der Gleichmut der Kapitalmärkte bei der Beurteilung Donald Trumps Faibles für Zölle. Die Empirie zeigt, dass Zölle generell für alle Beteiligten schlecht sind – sie wirken stagflationär, belasten das Wirtschaftswachstum und erhöhen das Preisniveau. Letzteres ist Joe Biden zum Verhängnis geworden, weshalb viele Marktteilnehmer vermuten, das angekündigte und teilweise durchgesetzte Zölle zurückgenommen werden, sobald anderweitige politische Ziele erreicht sind. Andererseits spricht das territoriale Interesse an Kanada oder Grönland doch für eine langfristige Strategie, die USA noch unabhängiger in einen reinen Binnenmarkt zu führen.
Die Unternehmen dürften zunehmend bei globalen Investitionen zurückhaltend agieren und ihr Augenmerk zunächst auf die Anpassung existierender Lieferketten richten – Chancen für Europa aber auch für China, gegenüber den USA Akzente zu setzen.
Das Anlegerjahr 2025 scheint bereits jetzt der im Vorfeld erwarteten Spannung gerecht zu werden.
Märkte
Der Weltaktienmarkt gab im zweiten Monat des Jahres -0,76 % nach. Aufgrund seiner Größe leistete der US-amerikanische Aktienmarkt im Monatsverlauf einen signifikanten Beitrag zur Entwicklung des Weltaktienmarktes: Der S&P 500 NR in EUR verlor -1,38 %, der Technologieindex Nasdaq Composite NR in EUR gab -3,95 % nach und der US-Index für kleine und mittelständische Unternehmen, Russell 2000 NR in EUR, sank um -5,42 %.
Der breite europäische Aktienmarkt, EuroSTOXX 50 NR EUR, entwickelte sich hingegen im Monatsverlauf mit +3,45 % deutlich positiv. Der deutsche Aktienindex DAX gewann im Monatsverlauf +3,77 %.
Der breite Schwellenländermarkt beendete den Februar im Plus mit +0,44 %. Der chinesische Aktienmarkt, der aufgrund seiner Größe einen signifikanten Beitrag zur Entwicklung des globalen Schwellenländermarktes leistet, entwickelte sich mit +11,71 % deutlich positiv. Die Börse in Hong Kong gewann, gemessen am Hang Seng HSI NR in EUR, im Monatsverlauf +13,61 %.
Der EUR entwickelte sich gegen den USD im Monatsverlauf nahezu seitwärts und beendete die Monatsentwicklung bei 1,0411 (Vormonat bei 1,0393).
Der Goldpreis in Euro stieg im Monatsverlauf +2,00 % und schloss bei EUR 2.754,38 (Vormonat: EUR 2.700,47).
Die Renditen für 10-jährige US-Staatsanleihen fielen im Monatsverlauf signifikant und lagen bei +4,24 % (Vormonat: +4,54 %). Die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen fielen im Monatsverlauf leicht und rentierten bei +2,42 % (Vormonat: +2,46 %).
Unsere Fonds
EuroSwitch Absolute Return
Unser auf den mittelfristigen Vermögenserhalt ausgerichtetes Konzept, EuroSwitch Absolute Return, gewann im zweiten Monat des Jahres +0,73 % (R Anteilsklasse) bzw. +0,79 % (H Anteilsklasse).
Die Wertentwicklung vergleicht sich per Monatsultimo mit dem Anleihenmarkt, gemessen am deutschen Rentenindex „REXP“, der im Monatsverlauf +0,94 % gewann und der Morningstar-Kategorie „Multistrategy EUR“, die im Monatsverlauf +0,89 zulegte. Die Schwankungsintensität (Volatilität 1 Jahr) des Fonds liegt bei niedrigen 3,23 % (vs. REXP: 3,61 %).
In der Anlageklasse der Liquid Alternatives entwickelte sich insbesondere die auf Volatilitätsprämien ausgerichtete Position „Fulcrum Equity Dispersion“ im Monatsverlauf mit +0,94 % positiv.
Das Gold-Engagement „XETRA-Gold“ gewann im Monatsverlauf +3,60 %.
EuroSwitch Balanced Portfolio
Unser zwischen Aktien- und Zinsrisiken ausgewogenes Konzept, EuroSwitch Balanced Portfolio, gewann im Februar +0,61 % (R Anteilsklasse) bzw. +0,69 % (H Anteilsklasse).
Die Wertentwicklung per Monatsultimo vergleicht sich mit der Morningstar-Kategorie „Mischfonds EUR ausgewogen - Global“ (-0,10 % im Monatsverlauf). Das Konzept liegt nach wie vor unter Performance- / Risikokriterien deutlich besser als ein klassisches 50:50 Aktien-Anleihen-Engagement – die Volatilität (1 Jahr) des Portfolios liegt im Marktvergleich bei niedrigen 5,31 %.
Im Bereich der Aktienfonds ist die positive Entwicklung des „ARC ALPHA – Equity Story Leaders“ mit +1,16 % hervorzuheben.
Auf der Anleihenseite verzeichnete der „BI Renten Europa“ mit +1,22 % im Monatsverlauf einen positiven Wertbeitrag.
Im Block der Liquid Alternatives verzeichnet die Position „Amundi Bloomberg Equal-weight Commodity ex-Agriculture“ mit +3,68 % im Monatsverlauf einen besonders positiven Wertbeitrag und das Gold-Engagement „XETRA-Gold“ legte im Monatsverlauf +3,60 % zu.
EuroSwitch Substantial Markets
Unser aktienorientiertes – aber streng risikokontrolliertes – Konzept, EuroSwitch Substantial Markets, gewann im zweiten Monat des Jahres +1,56 % (R Anteilsklasse) bzw. +1,65 % (H Anteilsklasse).
Die Wertentwicklung per Monatsultimo vergleicht sich mit der Morningstar-Kategorie „Mischfonds EUR aggressiv - Global“ (-0,68 % im Monatsverlauf). Bei einer der Aktienmarktentwicklung vergleichbaren Performance bewegt sich das Risiko des Fonds unter der Hälfte des Aktienmarktrisikos – die Volatilität (1 Jahr) des Portfolios liegt bei 6,16 %.
Auf der Aktienseite entwickelte sich die Position „JPMorgan Europe Enhanced Index Equity ETF“ mit +4,05 % im Monatsverlauf besonders positiv, während die Position „ARC ALPHA Global Asset Managers“ mit -4,56 % am stärksten nachgab.
Auf der Anleihenseite verzeichnete der „BI Renten Europa“ mit +1,22 % im Monatsverlauf einen positiven Beitrag.
Im Block der Liquid Alternatives verzeichnet die Position „Amundi Bloomberg Equal-weight Commodity ex-Agriculture“ mit +3,68 % im Monatsverlauf einen besonders positiven Wertbeitrag und das Gold-Engagement „XETRA-Gold“ legte im Monatsverlauf +3,60 % zu.
EuroSwitch World Profile StarLux
Unser globales Aktienkonzept, EuroSwitch World Profile StarLux, gab im Februar -0,95 % (R Anteilsklasse) bzw. -0,88 % (H Anteilsklasse) nach.
Die Wertentwicklung per Monatsultimo vergleicht sich mit der Morningstar-Kategorie „Aktien weltweit Flex-Cap“ mit -1,90 % im Monatsverlauf und der Wertentwicklung des Weltaktienindex mit -0,76 % im Monatsverlauf.
Besonders positiv trug die Position „KraneShares CSI China Internet“ mit +8,76 % im Monatsverlauf bei, während die Position „Morgan Stanley US Growth“ mit -10,44 % am stärksten nachgab.
ARC ALPHA Equity Story Leaders
Unser thematischer Aktienfonds, der ARC ALPHA Equity Story Leaders, investiert konzentriert – aber regional und sektoral ausgewogen – in durchschnittlich 30 Unternehmen, die von identifizierten langfristigen Wachstumstrends profitieren und durch ihre Marktstellung, innovative Produkte und Dienstleistungen Mehrwerte generieren. Der Fonds gewann im Februar +1,12 % (R-Klasse) auf +5,33 % seit Jahresbeginn, in der H-Anteilsklasse +1,12 % auf +5,42 %.
Der Februar favorisierte die europäischen Aktienmärkte, weshalb sich die vorherrschende ausgeprägte Bewertungsanomalie zwischen Europa und den USA etwas korrigierte. Hoffnungen und positive Erwartungen an Merz einerseits, Trumpsche Ausfälligkeiten und Unwägbarkeiten andererseits, mögen nur wenige Gründe in einem Themengeflecht sein, welches unverändert von der Geopolitik bestimmt wird.
Die Wertentwicklung per Monatsultimo vergleicht sich seit Jahresbeginn mit der Morningstar-Kategorie „Aktien weltweit Flex-Cap“ (-1,90 % im Monatsverlauf auf +1,95 % seit Beginn des Jahres) und der Wertentwicklung des Weltaktienindex MSCI World NR Index in Euro mit -0,76 % im Monatsverlauf auf +2,34 % seit Beginn des Jahres.
Anders als im Vorjahr konnten die Nebenwerte im Januar von der positiven Börsenstimmung ebenfalls profitieren – sie liegen nahezu gleichauf mit den großen Indizes.
Zu den besten Performern des Monats zählten unsere Engagements in Thales (Frankreich) mit +22,8 % und Eiffage (Frankreich) mit +11,9 %. Die negativsten Wertbeitrage verbuchten Alphabet (USA) mit -17,8 % und CapGemini (Frankreich) mit -15,2 % (jeweils in EUR).
Im Monatsverlauf haben wir keine Änderungen vorgenommen.
Zölle wirken nachweislich stagflationär. Insofern geraten sowohl Wachstumserwartungen wie Zinssenkungshoffnungen als tragende Säule der Kapitalmärkte in den kommenden Wochen in den Fokus. Während die Berichtssaison der Unternehmen abgeschlossen ist, zeigt sich in deren internationalem Investitionsverhalten eine hohe Unsicherheit. Derweil setzen die Kapitalmärkte noch darauf, dass vieles bei Donald Trump nur Schauspielerei oder eine Drohkulisse sei. Egal wie, die Zeit in der Komfortzone, vor allem in Europa, ist nachhaltig beendet.
ARC ALPHA Global Asset Managers
Unser globaler Aktienfonds ARC ALPHA Global Asset Managers, der ausschließlich in börsennotierte Asset Manager und Vermögensverwalter weltweit investiert, hatte im Januar einen starken Start ins neue Jahr. Die Gegenbewegung folgte auf dem Fuße, der Februar endete im Minus (-4,56 %). Aufgrund der durchschnittlich relativ niedrigen Marktkapitalisierung seiner Titel performte der Fonds ähnlich wie globale Nebenwerte, während der globale Aktienmarkt im Allgemeinen und globale Finanzwerte im Besonderen besser abschnitten.
Waren europäische Asset Manager im Vergleich mit ihren Peers aus Amerika, Asien und Australien noch die großen Verlierer des Jahres 2024, so schlugen sie im Februar insbesondere amerikanische Häuser wie Blackstone, Ares, Wisdom Tree, AMG und Blackrock um Längen. Amerikanische Asset Manager beendeten den Monat im teils doppelstelligen Minus, während europäische Manager, namentlich Schroders, Evli, Anima, Amundi, Azimut, komfortabel über der Nulllinie landeten. Bemerkenswert an amerikanischen Managern war deren starke Underperformance gegenüber dem amerikanischen Aktienmarkt (z. B. Invesco MSCI USA ETF).
Der Fonds war im Berichtsmonat weiterhin voll investiert. Nennenswerte Änderungen im Portfolio fanden nicht statt.
Frankfurt am Main, 4. März 2025, Thomas Böckelmann & Zoltan Schaumburger
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